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La Palma – Tipps, Hinweise und Anregungen für einen Urlaub ohne Mietwagen

oder

so bereise ich La Palma mit öffentlichen Verkehrsmitteln
(Stand: Mai 2006)

 

Eine Woche Urlaub auf La Palma ohne Mietwagen? Von diesem Vorhaben haben mir alle meine Bekannte abgeraten. Mir wurde berichtet, dass die Busse ausschließlich auf einer sogenannten Ringlinie, die um die Insel herumführt, verkehren und für Wanderer diese Strecken suboptimal wären. Weiterhin konnte man in verschiedenen Internetforen lesen, dass die Busse hauptsächlich morgens vom Land in die Städte fahren und abends wieder zurück. Also für Wanderer genau zu den falschen Uhrzeiten.

Trotz dieser vielen Gerüchte, habe ich mich entschlossen eine Woche ohne einen eigenen Mietwagen auf der Insel zu verbringen. Als Urlaubsort habe ich mir bewusst Los Cancajos ausgewählt. Los Cancajos liegt ungefähr 2 km nördlich vom Flughafen und ca. 4 km südlich von Santa Cruz de la Palma. Dieser Ort ist ein reiner Touristenort mit ca. 2000 Gästebetten, aber trotzdem wirkt dieser Ort richtig familiär, wenn man ihn mit anderen Touristenorten z. B. auf Teneriffa oder auf den Balearen vergleicht. Vom Fluglärm bekommt man relativ wenig mit, da, so schätze ich, nur maximal eine größere Maschine alle 3 Stunden startet (Stand: Mai 2006). Das Besondere an Los Cancajos ist, dass an Werktagen ca. alle 30 Minuten ein Bus nach Santa Cruz fährt und man sich genau 10 Minuten später am Hauptumsteigeplatz in der Hauptstadt befindet. Dieser zentrale Umsteigeplatz befindet sich direkt vor der Hauptpost (Correo). Erwartet hier aber nicht einen großen Busbahnhof, hier befinden sich lediglich 4 Bushaltestellen. Die teilweise sehr spärlich aushängenden Busfahrpläne sind sehr gewöhnungsbedürftig. Falls man einen Busfahrplan findet, so handelt es sich fast überall auf der Insel um einen einheitlichen Busfahrplan. Dieser Standardfahrplan enthält nur die Abfahrtszeiten vom jeweiligen Startpunkt der Busrouten. Man muss daher selber kalkulieren, wann der Bus an den weiteren Haltestellen ungefähr ankommen bzw. abfahren wird. Diese allgemeinen Busfahrpläne erhält man oft beim Busfahrer oder bei den Touristeninformationszentren.

In Los Cancajos kann man sich sehr gut selber verpflegen. Dieser Ort, der lediglich eine Ausdehnung von ca. 1 km aufweist, ist mit zwei kleinen Supermärkten ausgestattet. Wer ein aktives Nachtleben in diesem Ort sucht, wird herbe enttäuscht werden. Ich habe nur eine Disco entdeckt und die ist, so glaube ich, nur hin und wieder geöffnet. Grundsätzlich kann man sagen, das ganz La Palma ab ca. 21:00 oder 22:00 Uhr sehr ruhig und beschaulich wird. In der Hauptstadt sieht es dagegen etwas anders aus. Aber Nachtschwärmer werden wahrscheinlich auch hier enttäuscht sein. Wer aber Abends nur noch seine Ruhe haben will, da er vom Wandern todmüde ist, für den ist La Palma ideal.

Übernachtet habe ich im Centro Cancajos (preisgünstiges 2 Sterne Hotel). Dieses Hotel incl. Flug kann man günstig über etliche Reiseveranstalter buchen. Die Zimmer sind mit einer kleinen Küche ausgestattet. Mein Zimmer hatte z.B.: Backofen, Mikrowelle, 2 Ceran-Kochfelder, 2 Pfannen, 2 Töpfe, 4 Teller usw..

Negativ ist mir aufgefallen, dass z.B. kein Geschirrtuch, kein Dosenöffner und sonstige kleine Annehmlichkeiten vorhanden waren. Die Appartements sind lediglich mit dem Notwendigsten ausgestattet, aber so meine ich, völlig ausreichend. Ebenfalls sollte einem nicht stören, dass zum Teil. Waschbeckenstöpsel fehlten, einige Kacheln unschöne Sprünge hatten, der Seifenhalter nur noch an einer Schraube hing und die Fenster und Türen sich nur mit Kraft öffnen und schließen ließen. Im Erdgeschoss befinden sich ca. 20 Geschäftslokale von denen ca. 70% leer stehen und verwahrlost aussehen. Wer sich aber an diesen Äußerlichkeiten nicht stört, für den kann ich dieses Hotel nur empfehlen. Ich habe mich in diesem Haus sehr wohl gefühlt und an der Rezeption wurde ich immer sehr freundlich und zuvorkommend behandelt.

Viele Wanderungen bzw. einzelne Teilstrecken, die ich hier durchgeführt habe, werden in dem Rother Wanderführer: La Palma von Klaus und Annette Wofsperger (8. Auflage 2006 – keine älteren Auflagen verwenden) beschrieben.

Die Wanderwege sind relativ gut ausgeschildert. Eine gute Wanderkarte und ein Kompass sind aber, so meine ich, immer sehr hilfreich. Die Häufigkeit der Markierungen ist aber mit denen von Wanderwegen in den deutschen Alpen nicht zu vergleichen. Was in den Alpen teilweise zu viel gekennzeichnet wird, fehlt hier. Trotzdem kann sich jeder, der sich hin und wieder auf seine Intuition verlassen kann, relativ sicher auf der Insel bewegen. Einige Markierungen sind schon sehr verblasst oder fast schon überwuchert, man muss also schon ein wenig nach diese "Farbklecksen" suchen. Meistens findet man sie dann auch.

Aktivitäten an den einzelnen Urlaubstagen:

1. Tag
Flug und Bustransfer nach Los Cancajos

 

2. Tag
Wanderung nach Las Nieves

Anfahrt: Busfahrt nach Santa Cruz

Beschreibung: Diese Tour ist sehr zu empfehlen, da man hier einen ersten kleinen Eindruck von Santa Cruz und der Umgebung erhält. Weiterhin kann man sich mit den Wegmarkierungen und der Wanderkarte vertraut machen.

Strecke:

Zentraler Busbahnhof – Roque de Abajo – El Planto - Wanderweg "PR LP 2.2" – Barranco del Rio – Las Nieves – Barranco del Rio – Las Tierritas - Wanderweg "PR LP 2.2" – Roque de Arriba (Wassermühlen) – Zentraler Busbahnhof

Dauer: ca. 3 - 4 Std.

Entfernung: ca. 8 - 10 km

Höhenmeter: ca. 300 Hm

 


Santa Cruz de La Palma (Innenstadt)

 


Barranco in der Umgebung von SC

 


Typische Wegmarkierung

 


Verfallenes Bauernhaus

 


Barranco

 


Typischer Camino (Weg zwischen Feldern)

 


Bauernhaus

 


Wanderweg

 


Wassermühlen

 

3. Tag
Wanderung durch den Barranco de la Madera (Wanderweg "PR LP 2.3")

Anfahrt: Busfahrt nach Santa Cruz – Umsteigen und Busfahrt nach Las Nieves

Beschreibung: sehr imposante Schluchtwanderung  

Strecke:

Las Nieves (Bushaltestelle) – die Treppe an der Rückseite der Kirche absteigen – Straße bis zum Autotunneleingang folgen – Hauptstraße überqueren und dem Schild Barranco de la Madera folgen (der rechte Weg von den beiden) – dem Wanderweg "PR LP 2.3" folgen – nach einiger Zeit hört man schon von weitem viele sehr laut bellende Hunde (das eingezäunte Gelände, auf dem sich die Hunde befinden liegt etwas abseits des Weges, man muss also nicht direkt daran vorbei) – dem Wanderweg "PR LP 2.3" folgen – am Talende beginnt der Rückweg auf der gegenüberliegenden Hang- / Talseite – hier muss man viele kleine Tunnel durchqueren, die Tunnel haben zwar immer wieder Fenster, aber trotzdem ist eine gute Taschenlampe sehr nützlich – beim Lomo de las Nieves steigt man in vielen Serpentinen (diese sind nicht auf den Wanderkarten eingezeichnet) auf der Südseite des Hangs langsam ab (einige Serpentinen verlaufen erst lange nach Nordwesten – also nicht verunsichern lassen) – Las Nieves (Bushaltestelle)

Dauer: ca. 4 - 5 Std.

Entfernung: ca. 10 – 12 km

Höhenmeter: ca. 750 Hm


Wanderweg zu Beginn der Wanderung

 


Wanderweg nach ein paar Kilometern

 

 


Blick in die Schlucht

 


Der Weg verläuft häufig neben der "Wasserleitung"

 

 


viele kleine Tunnel müssen durchquert    
werden

 


einige Wege sind sehr schmal

 


Barranco de la Madera

 


Der letzte Abstieg verläuft durch einen 
 Pinienwald

 

4. Tag
Roque de los Muchachos 2426m

Anfahrt: nur PKW möglich (hier hatte ich das Glück bei anderen Touristen im PKW mitzufahren)

Beschreibung: Vom Roque de los Muchachos hat man einen grandiosen Blick über weite Teile der Insel


Blick nach Süden

 


Blick zum Teide (Teneriffa)

 


Blick in den Krater

 


Blick in den Krater

 


Kraterwände  

 


am Kraterrand

 


Observatorium

 

5. Tag
Fuencaliente – Volcan San Antonio – Volcan Martin

Anfahrt: Bus nach Santa Cruz – Bus nach Fuencaliente

Beschreibung:

Der Volcan San Antonio befindet sich in einem Besucherpark, in dem man 3,50 Euro Eintritt bezahlen muss. Das angeschlossene Museum ist meiner Meinung nach ein "Witz". Es besteht hauptsächlich aus einem großen Raum in dem einige Fotos und Bilder aufgehängt sind, sowie ein Seismograph ausgestellt ist. Beschreibungen in englischer, französischer oder deutscher Sprache sucht man oft vergeblich. Wer sich ausführlicher informieren will, dem wird ein Film in deutscher oder englischer Sprache angeboten. Da ich mir nicht den Film angeschaut habe, kann ich nicht beurteilen, ob er sehenswert ist.

Der Besucherpark mit dem Vulkan ist recht nett. Wer noch nie einen Vulkan gesehen hat, ist bestimmt beeindruckt. Nach einer dreiviertel Stunde habe ich dieses Gebiet wieder verlassen und bin zum Volcan Martin gewandert. Diese Wanderung ist dann auch wirklich zu empfehlen.

Strecke: Fuencaliente – Volcan San Antonio – Fuencaliente – Volcan Martin - Fuencaliente

Dauer: Besuch des Besucherzentrums mit dem Volcan San Antonio ca. 1 – 2 Stunden

Wanderung von Fuencaliente zum Volcan Martin und wieder zurück ca. 4,5 Std.

Entfernung: Fuencaliente – Volcan Martin: ca. 11 km

Höhenmeter: Fuencaliente – Volcan Martin: ca. 900 Hm


sehr gut ausgeschilderte Wegenetz 

 


La Palma Kiefer

 


Wanderweg zum Volcan Martin

 


Volcan Martin im Nebel

 


Vlocan Martin

 


Blick in den Volcan Martin

 


Blick vom Volcan Martin nach Norden

 


Bartflechten an Kiefern

 

6. Tag
Lorbeerwald bei La Galga

Anfahrt: Bus nach Santa Cruz – Bus nach La Galga / San Bartolomé (Kirche)

Beschreibung:

Die eigentliche Wanderung startet zwischen dem ersten und zweiten Straßentunnel nördlich von La Galga. Da mein spanisch nicht ausreichte dem Busfahrer zu erklären wo ich genau aussteigen wollte, habe ich mich entschlossen direkt bei der Kirche San Bartolomé auszusteigen. Als Fußgänger muss man dann auch nicht direkt durch den Straßentunnel gehen, sondern kann die für den Verkehr gesperrte Parallelstraße (außen am Tunnel vorbei) wählen. Landschaftlich ist diese Wanderung ganz nett. Wer aber, wie in den Prospekten von kommerziellen Tourveranstaltern beschrieben, einen "Märchenwald" erwartet, wird enttäuscht sein.  Die eigentliche Wanderung startet zwischen dem ersten und zweiten Straßentunnel nördlich von La Galga.

Strecke: La Galga (San Bartolome) - Wanderweg PR LP 5.2 - PR LP 5 - Cubo des la Galga - La Galga (San Bartolome) La Galga (San Bartolome) - Wanderweg PR LP 5.2 - PR LP 5 - Cubo des la Galga - La Galga (San Bartolome)

Dauer: 3  - 4 Stunden

Entfernung: ca. 7 - 8 km

Höhenmeter: ca. 450m

 

7. Tag
Los Cancajos - Mazo

Anfahrt: Diese Wanderung beginnt direkt in Las Cancajos

Beschreibung:

Interessante Wanderung durch die Kulturlandschaft des Ostens der Insel. Man kommt durch viele kleine Weiler und an vielen Feldern vorbei. Unberührte Natur sucht man bei dieser Wanderung natürlich vergeblich. Diese Wanderung eignet sich auch für einen Sonntag oder Freiertag, da man auch von Mazo wieder zurücklaufen kann und somit nicht auf den Bus angewiesen ist. Die meiste Zeit läuft man über Feldweg aber hin und wieder muss man auch längere Strecken auf Landstraßen gehen. Noch ist das Verkehrsaufkommen auf den kleinen Landstraßen (ich meine nicht die Hauptstraßen) von La Palma sehr gering, so dass man sehr gut auch diese Straßen zum Wandern nutzen kann.

Strecke: Los Cancajos - PR LP 18.1 - PR LP 18 - Las Ledas - Montana de la Brena - GR 130 - Mazo - Bus zurück nach Santa Cruz und dann weiter per Bus nach Los Cancajos Los Cancajos - PR LP 18.1 - PR LP 18 - Las Ledas - Montana de la Brena - GR 130 - Mazo - Bus zurück nach Santa Cruz und dann weiter per Bus nach Los Cancajos

Dauer: ca. 3 - 4 Stunden

Entfernung: ca. 9 - 10 km

Höhenmeter: ca. 590 m

 

8. Tag
Rückflug

Als Resümee kann ich sagen, dass man auf La Palma durchaus eine Woche Wanderurlaub machen kann, ohne einen Mietwagen zu benutzen. Alle Landschaftsformen kann man mit dem Bus erreichen und per Fuß erkunden. Natürlich muss man hin und wieder etwas längere Anmärsche zu den einzelnen Orten in Kauf nehmen und auch schon mal 2 Stunden auf den nächsten Bus warten. Wer sich darauf einstellt und immer ein Taschenbuch mitnimmt, für den vergeht auch eine Wartezeit von zwei Stunden sehr schnell. Ich werde bestimmt nochmals nach La Palma kommen, um die Westseite zu erkunden. 


Tipps für die Reise:

- Wanderführer: La Palma, Klaus und Annette Wofsperger, Rother Wanderführer

- Wanderkarte: La Palma, 1: 30.000, freytag & bernd (meiner Meinung nach derzeit (Mai 2006) aktuellste und genaueste Karte)

- gute Taschenlampe: Eine kleine von mir verwendete LED-Taschenlampe (3 weiße LEDs) erwies sich, bei langen Tunnelerkundungen als sehr unzureichend.

- leichte winddichte Jacke: Häufig weht ein kalter Wind, der einen, wenn man verschwitzt ist, sehr schnell auskühlt. Eine leichte Regenjacke ist ungeeignet, da man unter diesen Jacken (auch wenn sie aus Gore Tex sind) sehr stark schwitzt.

Busse:

- Auf den Hauptstrecken verkehren die Busse Werktags ca. im 2 - 3 Stundentakt. An Wochenende oder Feiertagen findet nur ein sehr stark eingeschränkter oder überhaupt kein Busverkehr statt.

- Die Busse waren bei mir relativ pünktlich, man sollte aber trotzdem ca. 10 Minuten vor der Abfahrt sich bei der Haltestelle einfinden.

- Kosten für eine Busfahrt     Los Cancajos - Santa Cruz = 1,00 Euro 
                                           
Santa Cruz - Fuencaliente = 3,40 Euro
(Stand: Mai 2006)

 

Wetter:

- Auf der Ostseite von La Palma muss man hin und wieder mit etwas kühleren Temperaturen und vielen Wolken und evtl. auch etwas Nieselregen rechnen (Passatwinde). Zum Wandern ist dieses Wetter aber ideal. Die Westseite von La Palma wird dagegen häufig von der Sonne verwöhnt und müsste sich somit eher für einen Badeurlaub anbieten.

- Das Wetter kann sich wirklich innerhalb von 10 Minuten komplett verändern. Daher sollte man immer, auch wenn am Morgen noch purer Sonnenschein herrscht, eine warme Fließjacke und eine Regenjacke mitnehmen. In 90% der Fälle hat man die Sachen umsonst mitgeschleppt, aber bei den restlichen 10% ist man heil froh, wenn man nicht frieren muss.


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